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Lauter Hass – leiser Rückzug

Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz

Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz

Lauter Hass – leiser Rückzug. Wie Hass im Netz den demokratischen Diskurs bedroht.

Lauter Hass – leiser Rückzug

Lauter Hass – leiser Rückzug

Repräsentative Studie zu Hass im Netz in Deutschland

Studie 2024 · Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz

Stand: 13. Februar 2024

Jeden Tag werden Menschen im Netz beleidigt, belästigt und bedroht. Viele ziehen sich bereits zurück und äußern ihre politische Meinung dort seltener. Das gefährdet Meinungsvielfalt und Demokratie.

Für die repräsentative Studie wurden über 3.000 Internetnutzer:innen ab 16 Jahren befragt. Herausgegeben wird sie vom Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz — Das NETTZ, HateAid, Neue deutsche Medienmacher*innen und die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur. Wissenschaftliche Umsetzung: pollytix strategic research.

49

%

wurden schon einmal online beleidigt

25

%

wurde bereits körperliche Gewalt angedroht

13

%

waren mit sexualisierter Gewalt konfrontiert

3.000+

Befragte ab 16 Jahren (repräsentativ)

Kapitel 1

Hass im Netz kann alle treffen. Aber nicht alle gleich.

Fast jede zweite Person wurde schon einmal online beleidigt. Besonders betroffen sind Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund, junge Frauen und queere Menschen. 42 % der jungen Frauen haben ungefragt Nacktfotos zugeschickt bekommen.

Zentrale Ergebnisse der Studie

Von Hass besonders betroffene Gruppen (Anteil Betroffener)

Rückzug aus dem demokratischen Diskurs

Kapitel 2

Hass im Netz führt zum Rückzug aus demokratischen Diskursen.

Die Strategie der Einschüchterung wirkt: 57 % bekennen sich aus Angst seltener zur eigenen politischen Meinung, 55 % beteiligen sich seltener an Diskussionen, 53 % formulieren Beiträge bewusst vorsichtiger. 82 % fürchten, dass die Vielfalt im Internet dadurch gefährdet wird.

„Die Strategie der Einschüchterung funktioniert: Hass, Gewalt und Lügen sorgen dafür, dass Menschen sich aus dem öffentlichen Diskurs zurückziehen."Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin HateAid

Kapitel 3

Plattformen müssen Verantwortung für Hass im Netz tragen.

89 % stimmen zu, dass Hass im Netz zugenommen hat. 86 % finden, dass Plattformen mehr Verantwortung tragen müssen — und 79 % fordern, dass sehr große Plattformen auch finanziell für gesellschaftliche Schäden aufkommen. 76 % sind besorgt über die Zunahme von Gewalt im Alltag.

Drei politische Forderungen

Betroffene schützen und unterstützen

Bundesweites Netzwerk spezialisierter Beratungsstellen, geschulte Strafverfolgungsbehörden, konsequente Anwendung bestehender Gesetze und Umsetzung des Digital Services Act.

Plattformen finanziell in die Verantwortung nehmen

Sehr große Social-Media-Plattformen sollen einen Anteil ihres Gewinns aufwenden und die Kosten für gesellschaftliche Schäden tragen.

Medienkompetenz und politische Bildung stärken

Eine nationale Bildungsoffensive — mit Mitteln in Höhe von 6,5 Milliarden Euro, vergleichbar mit dem Umfang des Digitalpakts.

Stimmen zur Studie

LP

Lisa Paus

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Ob toxische Kommentare, Drohungen, beängstigende Kampagnen: Hass im Netz ist allgegenwärtig.

HG

Hanna Gleiß

Co-Geschäftsführerin Das NETTZ

Vor allem junge Frauen erleben Hass im Netz, häufig in Form von sexuellen Belästigungen.

EK

Elena Kountidou

Geschäftsführerin Neue deutsche Medienmacher*innen

Menschen mit Rassismus- und Diskriminierungserfahrung machen auch im Netz Gewalterfahrungen.

RF

Rüdiger Fries

Co-Vorsitzender Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur

Medienkompetenz und politische Bildung müssen gestärkt werden, damit alle Menschen Hass im Netz entgegentreten können.

Über die Studie

Was ist Hass im Netz? Der Begriff bezeichnet eine Vielzahl unterschiedlicher, u. a. abwertender, entwürdigender, auf Einschüchterung zielender oder verhetzender Online-Phänomene gegenüber Personen oder Personengruppen — von gruppenbezogenen Hassphänomenen (Ableismus, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, LSBTIQA-Feindlichkeit) über Bilder und Memes bis zu Stalking und Doxing, eng verwoben mit Desinformation.

Der Weg zur Studie

Juli – August 2023

Qualitative Vorerhebung
Vorbereitende Erhebung zur Entwicklung des Fragebogens.

Oktober – November 2023

Repräsentative Befragung
Über 3.000 Internetnutzer:innen ab 16 Jahren werden befragt — die umfangreichste Erhebung zu Hass im Netz seit der IDZ-Studie 2019.

Februar 2024

Veröffentlichung der Studie
„Lauter Hass – leiser Rückzug“ erscheint, begleitet von der Kampagne „What the Hate?!“.

Februar 2025

English Edition
Die englischsprachige Zusammenfassung macht die Ergebnisse international zugänglich.

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